Eltern werden im Studium

Das musst du zum Elterngeld wissen

Einige Studierende planen eine Schwangerschaft im Studium gezielt, andere werden von der positiven Nachricht überrascht. In jedem Fall ist das Studium keine schlechte Zeit, um ein Kind zu kriegen. Selten besteht im Leben so viel Flexibilität, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Eine wichtige Unterstützung für studierende Eltern ist das Elterngeld. Welche Ansprüche du hast, wie hoch dein Elterngeld ausfällt und worauf du im Einzelnen achten musst, haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.

Bekommen Studenten-Eltern Elterngeld?

Die Idee hinter dem Elterngeld besteht darin, Familien zu unterstützen, die ihre Kinder selbst erziehen wollen und diese nicht in einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreuen lassen. Somit hast du während des Studiums grundsätzlich Anspruch auf Elterngeld, solange du dich eigenständig um die Erziehung deines Kindes kümmerst. Ein Angestelltenverhältnis oder eine andere Form der Erwerbstätigkeit sind nicht zwingend erforderlich. Wenn deine Partnerin oder dein Partner ebenfalls Teil der Erziehung ist, könnt ihr euch die Elternzeit teilen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr nicht parallel zum Studium arbeiten dürft. Die gesetzliche Regelung zum Elterngeld besagt lediglich, dass die Erwerbstätigkeiten nicht in Vollzeit ausgeübt werden darf. Wenn du also bei einer Tätigkeit in Teilzeit gehst, bekommst du Elterngeld und hast die Möglichkeit, Studium, Arbeit und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Viele nützliche Informationen hierzu findest du einerseits in diesem Artikel und andererseits unter Elterngeld.de.

Basiselterngeld vs Elterngeld Plus

Du hast unterschiedliche Möglichkeiten, um das Elterngeld in Anspruch zu nehmen. In der Regel nutzen Eltern das sogenannte Basiselterngeld und teilen sich die Elternzeit 12/2 auf. Das bedeutet, dass der eine Elternteil 12 Monate Elterngeld bezieht und der Partner oder die Partnerin lediglich zwei Monate. So ist es möglich, dass beide Elternteile an der Erziehung des Kindes teilnehmen, aber nur einer in Teilzeit gehen oder die Arbeit ruhen lassen muss.

Alternativ kannst du dich dafür entscheiden, das Elterngeld Plus in Anspruch zu nehmen. Hierbei besteht die Möglichkeit, den Bezugszeitraum, der eigentlich auf 14 Monate beschränkt ist, auf 28 Monate auszudehnen. In dieser Zeit halbiert sich dann die Höhe des Elterngeldes, die monatlich ausbezahlt wird. Ein Vorteil bei diesem Vorgehen ist, dass ihr als Elternteile gemeinsam Anspruch auf vier zusätzliche Monate Elterngeld habt. Die Idee hinter dem Elterngeld Plus besteht darin, dass beide Elternteile in Teilzeit weiterarbeiten können. Es soll sichergestellt sein, dass ihr euch um euer Kind kümmern könnt, ohne dass euch finanzielle Nachteile entstehen.

So viel Elterngeld steht Studierenden zu

Wenn du dich voll auf dein Studium konzentrierst und nebenher keiner Arbeit nachgehst, hast du trotzdem Anspruch auf den Mindestbetrag von 300 € Elterngeld. Wenn du allerdings neben dem Studium arbeitest, orientiert sich die Höhe des Elterngeldes an deinem bisherigen Nettoeinkommen. Du erhältst dann 65% bis 67% deines bisherigen Einkommens. Bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1000 € monatlich, erhältst du einen höheren Prozentsatz. Für je 20 €, die du weniger Verdienst, erhältst du einen zusätzlichen Prozentpunkt.

Diese Rechnung wird an einem Beispiel deutlich: wenn du 400 € im Monat als Nettoeinkommen verdienst, erhältst du davon 316,67 € als Elterngeld. Somit hast du einen Vorteil von 200 € im Vergleich dazu, wenn du lediglich den Mindestbetrag erhalten würdest.

Elterngeld im Studium Höhe des Elterngelds für Studierende

Außerdem genießt du bei diesem Vorgehen den Vorteil, dass du Rentenpunkte sammelst, die dir im Alltag eine höhere Rente ermöglichen. Allerdings ist auch der Mindestbetrag eine gute Hilfe, sodass du dich nicht ärgern musst, deine volle Konzentration auf das Studium gerichtet zu haben.

Geschwisterbonus bei mehreren Kindern

Eltern, die während der Elternzeit ein weiteres Kind bekommen, profitieren vom sogenannten Geschwisterbonus. Das gilt nicht nur für Erwerbstätige, sondern auch für Studierende. In diesem Fall hast du Anspruch auf eine Zusatzzahlung, die parallel zum Elterngeld ausgezahlt wird. Diese beträgt 10% deines Elterngeldes, mindestens jedoch 75 €. Sobald dein erstgeborenes Kind 36 Monate alt wird, entfällt der Anspruch auf diese Bonuszahlung.

Einige Studierende nutzen ihr Studium daher gezielt, um ihre Familienplanung voranzubringen. So kann die vergleichsweise flexible Studienzeit für die Familie genutzt werden und die Kinder sind bereits größer, wenn du voll in deinen Beruf einsteigst und weniger Zeit zur Verfügung hast. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Kinder recht viel Zeit in Anspruch nehmen und es einiges an Organisationsgeschick erfordert, Familienzeit und Studium miteinander zu kombinieren. Wenn dir das aber gelingt, hast du sowohl eine großartige Studienzeit als auch eine tolle Familienzeit und wirst finanziell noch angenehm unterstützt.

Elterngeld und BAföG

Elterngeld im Studium Elterngeld und BAföG parallel

Für viele Studierende ist das BAföG eine wichtige wirtschaftliche Grundlage, auf die sie nicht verzichten möchten. Deswegen fragst du dich vielleicht, ob das Elterngeld auf das Bafög angerechnet wird oder nicht. Wenn du ganz normal weiter studieren gehst, wird der Mindestbetrag an Elterngeld von 300 € nicht angerechnet. Das bedeutet, dass du sowohl BAföG als auch Elterngeld beziehen kannst. Wenn du jedoch in Elternzeit gehst und nicht weiter studierst, besteht kein Anspruch mehr auf BAföG. Dieser Anspruch setzt erst wieder nach der Elternzeit ein. Allerdings ist es dann erforderlich, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

In einigen Fällen ist es so, dass das Elterngeld so hoch ist, dass kein Bafög gezahlt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass du deinen Lebensunterhalt und den deiner Familie während der Elternzeit ausschließlich über das Elterngeld bestreiten musst.

Stattdessen ist es häufig so, dass Betroffene Anspruch auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts haben. Die entsprechenden Regelungen sind im SGB II festgehalten. Um das entsprechende Geld zu bekommen, musst du jedoch einen weiteren Antrag stellen.

Regeln für Studierende und Arbeitnehmer

Die gesetzlichen Regelungen zum Elterngeld für Studierende unterscheiden sich in Teilen von denen für Angestellte. Letztere bekommen Elterngeld nur dann, wenn sie in Elternzeit gehen. Das bedeutet, dass sie ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr voll nachgehen können, sondern maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass sich die Betroffenen wirklich auf die Erziehung ihrer Kinder konzentrieren und für diese da sind.

Entsprechende Beschränkungen gibt es für Studierende nicht. Du bist also nicht gezwungen, ein Urlaubssemester zu nehmen, um in Elternzeit zu gehen und Anspruch auf Elterngeld zu haben. Du kannst ganz normal weiter studieren und deinen Studienplan wie bisher durchziehen. Eine Beschränkung für die Wochenarbeitsstunden gibt es nicht, sondern du kannst dir deine Arbeitszeit weiterhin genauso einteilen, wie es für dich am besten ist.

Fazit

Egal ob du dich bewusst dafür entschieden hast, während des Studiums ein Kind zu bekommen, oder von der Schwangerschaft überrascht wirst, das Eltern Werden im Studium bringt viele Vorteile mit sich. Unter anderem gehört hierzu, dass du in dieser Zeit Anspruch auf Elterngeld hast und dich somit auf eine zusätzliche finanzielle Unterstützung einstellen kannst. Für Studierende gibt es spezielle Regeln, sodass du weniger stark eingeschränkt bist als Arbeitnehmer.

Auch in Sachen Bafög besteht häufig die Möglichkeit, beide Leistungen parallel in Anspruch zu nehmen. Es empfiehlt sich, dass du dich bei der für dich zuständigen Stelle über deine Möglichkeiten informierst. So weißt du genau, welche Anträge du stellen, welche Fristen du einhalten und auf welche Aspekte du achten musst. Das gilt sowohl, wenn du dein Kind allein erziehst, als auch, wenn dein Partner oder deine Partnerin in deine Familienplanung integriert ist.

Wie gefällt dir dieser Beitrag?